Stand 04.03.2008
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Koloskopie (Darmspiegelung)
Die Darmspiegelung ist die treffsicherste Methode zur Erkennung von Darmkrebs und Darmpolypen aber auch chronischen Entzündungen, Divertikeln sowie Gefäßanomalien im Dickdarm.

Durch eine Koloskopie kann das individuelle Darmkrebsrisiko eines Menschen um 90 % gesenkt werden.

Die Koloskopie ermöglicht nicht nur einen diagnostischen "Einblick" in den menschlichen Darm, es können auch Gewebeproben (Biopsien) verdächtiger Stellen und kleinere operative Eingriffe durchgeführt werden.

Die Komplikationsrate (Darmwandverletzung, Blutung) ist ausgesprochen gering.

Technische Voraussetzungen

Moderner Standard sind flexible, steuerbare Videoendoskope mit einer Länge zwischen 1,5 und 1,8 m. Ihr Durchmesser beträgt 7 – 10 mm. Im Inneren besitzt das Endoskop Glasfaserbündel zur Lichtleitung sowie eine Minikamera am Distalende des Gerätes.

Das Endoskop ist an einen externen Prozessor angeschlossen, der das Bild an einen Farbmonitor sendet, über den der Untersucher den Einblick in den Darm erhält.

Neben den Glasfaserbündeln enthält das Endoskop Arbeits- und Spülkanäle im Inneren, durch die Biopsiezangen oder Geräte in den Darm eingeführt werden können um Proben zu entnehmen oder Operationen durchzuführen.


Flexibles Videoendoskop

Videoturm mit Prozessor und Monitor


Untersuchungsablauf

Phase I:
Ein bis zwei Tage vor der Untersuchung wird ein Vorgespräch mit dem Gastroenterologen geführt, in dem eine individuelle Aufklärung über den Ablauf und die Risiken der Koloskopie erfolgt. Es wird eine Blutentnahme mit Analyse des Blutbildes und er Blutgerinnung durchgeführt, um optimale Voraussetzungen für eine risikofreie Polypenabtragung zu haben.

Phase II:
Am Vorabend und am Untersuchungsmorgen wird die Reinigung des Darmes mittels einer speziellen, gut bekömmlichen Darmspüllösung durchgeführt. Die Einnahme erfolgt in zwei Portionen, um es für den Patienten angenehmer zu machen.

Phase III:
Die eigentliche Untersuchung wird auf Wunsch mit einer leichten Sedierung (Schlafspritze) durchgeführt, während der gesamten Koloskopie erfolgt eine Kreislaufüberwachung und Pulsoxymetrie (Messung der Sauerstoffsättigung des Blutes). Die Koloskopie beginnt mit einer digitalen Austastung des Mastdarms. Danach wird das Endoskop unter Luftinsufflation bis zum Blinddarm vorgeschoben. Der wichtigste Untersuchungsschritt ist der Rückzug des Endoskops, bei dem die Darmschleimhaut genau inspiziert wird und Auffälligkeiten biopsiert werden, bzw. Polypen abgetragen werden können.

Phase IV:
Nach der Untersuchung erfolgt ein Endgespräch, bei dem der Patient sofort über seine Befunde aufgeklärt wird. In einigen Fällen kann die endgültige Diagnose erst nach Erhalt des pathologischen Befundes gestellt werden.